EVA KEMLEIN
Hommage an die Berliner Photographin EVA KEMLEIN
Eva Kemlein (1909-2004) hat mit ihrer Kamera Berliner Nachkriegsgeschichte, besonders Theatergeschichte geschrieben.
Sie hat Trümmerbeseitigung, den Wiederaufbau, Kartoffeln pflanzen im Tiergarten und Frauen in Männerberufen photographiert, sie hat den Abriß des Berliner Stadtschloßes 1950 dokumentiert und sich seit Anfang der Fünfziger Jahre ganz der Theaterphotographie verschrieben. Kaum eine Auführung im Berliner Ensemble, im Deutschen Theater oder auch in der Komischen Oper und dem Theater der Freiheit, die Eva Kemlein nicht mit ihrer Kamera festgehalten hat; die Reihe der Rollenportraits ist nahezu unendlich: Helene Weigel, Ernst Busch, Inge Keller, Erwin Geschonnek, Angelika Hurwicz, Marcel Marceau etc.
Ihren ersten Umgang mit dem Photoapparat lernte Kemlein während der Ausbildung zur Medizinisch-Technischen-Assistentin am Berliner Lette-Verein 1927-29. Photographische Praxis erwarb sie in ihren vagabundierenden Jahren Mitte der 1930er in Griechenland, als sie Reportagen für deutsche Zeitschriften machte. Hier aber erreichten die Photographin jüdischer Abstammung dann die Verbote der Nationalsozialisten: Arbeitsverbot und später Aufenthaltsverbot in Griechenland.
Nach verschiedenen Arbeitseinsätzen in Berlin sah sich Eva Kemlein 1942 gezwungen, unterzutauchen, sie beteiligte sich aktiv am Widerstand und es gelang ihr - in der Illegalität - zu überleben.
Mit Begeisterung ist sie beim Aufbau der DDR dabei und bei der Berliner Zeitung wird sie die Reporterin der ersten Stunde. Ein bewegtes Leben führt die engagierte Zeitgenossin bis heute - aufgeschlossen, unternehmungslustig und immer noch mit der Kamera dabei.
Die Ausstellung wurde mit Eva Kemlein zusammen geplant und ausgewählt. Sie zeigt einen repräsentativen Querschnitt der seit Kriegsende 1945 in Berlin entstandenen Photographien:
Die photojournalistischen Arbeiten der zerstörten Stadt und von 1950 bis 1999 die Aufnahmen der legendären Inszenierungen von Bertold Brecht, Helene Weigel, Wolfgang und Thomas Langhoff, Walter Felsenstein, Ruth Berghaus u. v. a. finden sich in vielen Zeitungen und Journalen.
Das photographische Archiv von Eva Kemlein ist seit 1993 Bestand des Archivs der Stiftung Stadtmuseum - Abteilung Theater und documenta artistica. DAS VERBORGENE MUSEUM konnte dort die vintage prints ausleihen und die Ausstellung in Zusammenarbeit mit Dr. Lothar Schirmer realisieren.
Die 1997 vom Stadtmuseum herausgegebene Publikation »Eva Kemlein - Ein Leben mit der Kamera« ist in der Ausstellung erhältlich.
Biografie
Künstlerinnen K - O
ERÖFFNUNG
Mittwoch, 23. Januar 2002 | 19 h
Die Photographin ist anwesend
Es sprechen
Dr. Lothar Schirmer, Stiftung Stadtmuseum
Theater und documenta artistica
Einführung
Prof. Dr. John Erpenbeck
Schriftsteller und Wissenschaftler
Hommage auf Eva Kemlein
LAUFZEIT
24. Januar 2002 – 24. März 2002
ÖFFNUNGSZEITEN
Donnerstag, Freitag 15 - 19 h
Samstag, Sonntag 12 - 16 h
VERANSTALTUNGEN
Sonnabend, 02. Februar 2002 | 20 h
LANGE NACHT DER MUSEEN
Filmportraits der Photographinnen
EVA KEMLEIN - LOTTE JACOBI - BERENICE ABOT u.a. | Die Ausstellung ist an diesem Tag von 12 - 24 h geöffnet !!
Sonnabend, 09. März 2002 | 19 h u. 20.30 h
Eine Veranstaltung des Berliner Frauenfrühlings
Zum INTERNATIONALEN FRAUENTAG liest
GISELA BREITLING aus ihren Texten
Sonntag, 24. März 2002 | 18 h
In Zusammenarbeit mit der Stiftung, Archiv Akademie der Künste
Zum 100. Geburtstag der Malerin
GERDA ROTERMUND | Ein Dialog in Briefen zwischen Gerda Rotermund und Ellen Bernkopf
AKTUELLE Rufnummer
+49 (0) 30 861 34 64
STANDORT > ADRESSE
Der Verein DAS VERBORGENE MUSEUM | Dokumentation der Kunst von Frauen eV
hat seine Tätigkeit seit dem 1. Januar 2022 eingestellt.
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STADTPLAN
siehe Kontakt