VORSCHAU 2021 / 20221

 

DAS VERBORGENE MUSEUM ist WIEDER GEÖFFNET !!
ab Freitag, 4. Juni 2021

Es gilt die aktuelle Infektionsschutzmaßnahmenverordnung des Berliner Senats.

Nachfragen per eMail an berlin@dasverborgenemuseum.de
oder telefonisch unter 030 861 3464

 

2021 | 35 Jahre DAS VERBORGENE MUSEUM
anonym | Louise Stomps und ihre Skulptur ”Der Ruf”, 1977
STOMPS, LOUISE
1900
1988
NATUR GESTALTEN - Skulpturen 1928 – 1988

 

Das menschliche Leid und die schutzlose Kreatur sind für die Berliner Bildhauerin Louise Stomps (1900 – 1988) ein Leben lang Inspiration ihrer künstlerischen Kreativität. Sie stehen im Mittelpunkt ihres Schaffens, das zwischen den ausklingenden 1920er-Jahren und den späten 1980er-Jahren entstanden ist. Fünf Jahrzehnte vollzieht die Bildhauerin den künstlerischen Prozess vom klassischen Körperbild zur stark abstrahierten Figuration; dabei entwickelt sie sukzessive ihren signifikant eigenen Stil.

Die Ausstellung des Vereins DAS VERBORGENE MUSEUM in der Berlinischen Galerie ist die erste Retrospektive, die mit ca. 90 Skulpturen einen Einblick in das Lebenswerk dieser außergewöhnlichen Künstlerin gibt.

Louise Stomps hatte zwar seit 1918 intensiv gezeichnet und modelliert, aber erst zehn Jahre später, nach der Scheidung von ihrem Ehemann, konnte sie sich, Mutter zweier Töchter, der Kunstausübung widmen. Von dem verbreiteten Vorurteil, Künstlerinnen seien doch besser im Kunsthandwerk untergebracht, ließ sie sich nicht entmutigen und nahm zwischen 1928 und 1932 am Unterricht in der Abendklasse der „Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Künste“ in Berlin teil; darüber hinaus schulte sie sich bei Milly Steger (1881–1948) in der Bildhauerinnenklasse des »Vereins der Berliner Künstlerinnen«.

Von ihren Arbeiten der 1930er-Jahre sind infolge von Bombenangriffen auf ihr Atelier während des Zweiten Weltkriegs nur wenige Werke erhalten, so zum Beispiel „Das Paar“ aus Eichenholz (1937), ein Liebespaar in tiefer Verbundenheit nebeneinander kniend noch ganz dem realistischen Menschenbild verhaftet. Diese frühen Ansätze ihrer künstlerischen Bildsprache ließen sich nicht mit der herrschenden Kunstvorstellung im Nationalsozialismus vereinbaren, so dass sie ihre bildhauerische Arbeit mehr und mehr zurückstellte.

Unmittelbar im November 1945 hat Louise Stomps neben Renée Sintenis, Hans Uhlmann, Gustav Seitz und Karl Hartung an der Ausstellung „Plastik und Bildhauerzeichnung“ in der Galerie Gerd Rosen in Berlin am Kurfürstendamm 215 teilgenommen.

Nach den am eigenen Leib erfahrenen Erschütterungen während des Zweiten Weltkriegs bot die figurale Abstraktion für Louise Stomps wie für viele Kolleginnen und Kollegen den einzigen Weg künstlerischer Formgebung: Ab den 1950er-Jahren entstehen Figuren mit drohenden, abweisenden oder Angst verbreitenden Gebärden wie „Trauernde“ (1951), „Der Fremde“(ca. 1947/48), „Gemeinsam Klage“ (1948) oder in direkter Anspielung auf die politischen Ereignisse „Hiroshima“ (1960).

Louise Stomps‘ Vorliebe für Holz als Material für ihre NATUR GESTALTEN ist vermutlich in den Vordergrund getreten, als sie 1960 aus Berlin ins bayerische Rechtmehring bei Wasserburg im Inntal eine alte Kumpfmühle aus dem 13. Jahrhundert bezog. Hier lässt sie sich von der Natur als Urquelle alles Lebendigen, von den Hölzern der Buche, Föhre, Eiche, Inn-Eiche, von Apfel, Akazie, Nuss, Birne u.v.m. inspirieren; hier entwickelt sie konsequent ihre Formensprache einer sogenannten organischen Abstraktion.

In den 1960er-Jahren werden ihre schlanken Figuren, der „Asket“ (1963) oder der „Pilger“ (1966)  circa drei Meter hoch und 1980 entsteht mit 3,20 m „Gilgamesch“, der sich zu einem Drittel menschlich, zu zwei Dritteln göttlich der Sage nach auf die Suche nach der Unsterblichkeit gemacht hat. 

Katalog zu Leben und Werk der Bildhauerin Louise Stomps
Herausgegeben von Marion Beckers und Elisabeth Moortgat für DAS VERBORGENE MUSEUM mit wissenschaftliche Beiträgen, u.a. von Yvette Deseyve, Arie Hartog, Christiane Meister, Julia Wallner sowie persönlichen Erinnerungen von Berthold Kogut, Martin Meggle, Peter Schrader, Hans Goswin Stomps; illustriert mit Neuaufnahmen der Skulpturen; Hirmer-Verlag, deutsch/englisch, 224 Seiten,150 Farb-Abb., ca. € 39,90, gebunden.

 

 


NATUR GESTALTEN

Skulpturen 1928 – 1988

DAS VERBORGENE MUSEUM
zu Gast in der Berlinischen Galerie

Eröffnung

14. Oktober 2021

Laufzeit

15. Okttober 2021 – 17. Januar 2022

Ort der Ausstellung

Berlinische Galerie – Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur 
Alte Jakobstraße 124-128, 10969 Berlin 

 

 


STANDORT > ADRESSE

DAS VERBORGENE MUSEUM
Schlüterstrasse 70
10625 Berlin-Charlottenburg

Telefon

+49 (0) 30 861 34 64

MAILADRESSE

STADTPLAN

siehe Kontakt

Verkehrsanbindungen

S-Bahn Savignyplatz
U-Bahn Ernst-Reuter-Platz
Bus M49, X34