19. January 2005 - 19. March 2005

GRETHE JÜRGENS

Malerin der Neuen Sachlichkeit

AUS DEN SKIZZENBÜCHERN 1919 - 1921

Grethe Jürgens (1899-1981), Malerin der Neuen Sachlichkeit, gehörte neben ihrer Kollegin Gerta Overbeck und den Malern Ernst Thoms, Erich Wegner, Friedrich Busack, Hans Mertens und Karl Rüter zu den Hannoveraner Vertretern dieser in den zwanziger Jahren modernen Stilrichtung. Zwar war sie in zahlreichen, auch internationalen Ausstellungen der 1960er und 1970er Jahre vertreten, aber was ist an Kenntnissen über sie geblieben?

Von Nachkriegszeit und Novemberrevolution, Kapp-Putsch und Inflation geprägt, bilden bei Grethe Jürgens Arbeiter und arme Leute, Arbeitslosigkeit und Krankheit, sowie der unwirtliche Stadtraum mit den Fabrikschloten die thematische Folie ihrer Bilder. Jürgens wie ihre Kollegen sind Suchende abseits des Gutbürgerlichen, sie sind links orientiert, aber nicht vertreten in den avantgardistischen Ausstellungen in der Kestner-Gesellschaft, wo der als Bürgerschreck verschriene Kurt Schwitters u.a. auch zusammen mit Friedrich Vordemberge-Gildewart Furore machte.

Die Ausstellung im VERBORGENEN MUSEUM zeigt frühe Arbeiten von Grethe Jürgens, entstanden während des Studiums, auf den Radtouren und Wanderungen zwecks Motivsuche rund um Hannover in den Jahren 1919 - 1921. Es sind schnell
hingeworfene Skizzen von Menschen, die ihren Geschäften nachgehen, Stadtansichten mit rauchenden Schornsteinen, Fabriktoren, Radfahrern, Arbeitslosen, Straßenbahnen in der Vorstadtsiedlung, vor allem aber scharf gezeichnete Gesichter die nichts beschönigen. In den Bleistift- und Kohlezeichnungen, Aquarellen und ausgearbeiteten Gouachen der Skizzenblöcke, von denen Grethe Jürgens immer einen bei sich hatte, sind Vorstudien zu Ölgemälden zu erkennen, die sie im neusachlichen Stil ab 1926 ausgearbeitet hat. Bei Jürgens geht es nicht um die Schärfe und Bissigkeit eines Grosz oder Dix, die Kühle eines Schad oder die Einsamkeit eines Räderscheidt im Blick auf die Welt. Den Zeitgenossen auf der Straße gehört ihre Sympathie, in deren Mitte sie lebt, in der Liststadt, einem Arbeiterbezirk in Hannover. Als sie 1922 für sechs Jahre eine Stelle als Werbezeichnerin bei der Firma Hackethal - Draht- und Kabelwerke annimmt, um den Lebensunterhalt zu bestreiten, lernt sie das Arbeitsleben aus eigener Anschauung kennen.

Das Hannover nach dem Ersten Weltkrieg mit den Avantgardisten der Kestner-Gesellschaft, mit Alexander Dorners Neuordnung im Provinzialmuseum, dem Dadaisten Kurt Schwitters, den Abstrakten und der Neuen Sachlichkeit war Grethe Jürgens künstlerische Heimat. Hier hat sie auch bis zu ihrem Tod 1981 gelebt. So wundert es auch nicht, daß die Skizzenblätter hier wieder aufgetaucht sind.

DAS VERBORGENE MUSEUM in Berlin zeigt ca. 70 Blätter, die zuerst im Kunstmuseum Celle mit Sammlung Robert Simon zu sehen waren. Zur Ausstellung erscheint eine Publikation, in der ca. 50 Skizzenblätter in Farbe abgebildet sind. 

 

Biografie

ERÖFFNUNG
18. Januar 2005 | 19 Uhr

Es sprechen

Gisela Breitling
DAS VERBORGENE MUSEUM

Daphne Mattner
Kunstmuseum Celle mit Stiftung Robert Simon

LAUFZEIT

20. Januar 2005 - 20. März 2005

ÖFFNUNGSZEITEN

Donnerstag, Freitag 15 - 19 Uhr
Samstag, Sonntag 12 - 16 Uhr'

STANDORT > ADRESSE

Der Verein DAS VERBORGENE MUSEUM | Dokumentation der Kunst von Frauen eV
hat seine Tätigkeit seit dem 1. Januar 2022 eingestellt.

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