MORATH, INGE
MORATH, INGE
1923
2002
Biografie

 

1923
Inge Morath, geboren als Ingeborg Mörath, wird am 27. Mai in Graz als Tochter der Wissenschaftler Edgar und Mathilde Mörath geboren und protestantisch getauft. Die Familie lebt in Freiburg im Breisgau, wo der Vater eine Anstellung als Spezialist für Holzverarbeitung hat.

1924
Geburt des Bruders Werner. Die zukünftigen Wohnorte – München, Eberswalde bei Berlin, Darmstadt etc. – richten sich nach den häufig wechselnden Arbeitsplätzen des Vaters.

Um 1928
zieht die Familie nach Schirmbeck im Elsaß, später ins französische Viches. Inge hat gerade erst etwas Französisch gelernt, als sie in eine Nonnenschule in der  Schulkleidung getragen wird, eingeschult wird.

1930 - 1938
in Darmstadt, wo sie ab dem 2. Schuljahr die Viktoriaschule, eine evangelische Schwesternschule, besucht. Zu Besuch bei den Großeltern in Graz, erhält sie von ihrem Großvater im Umgang mit einer altmodischen Plattenkamera erste Einblicke in das Fotografieren.Ihre Mutter ist als Chemikerin mit Mikrofotografie beschäftigt. 

1938
Umzug nach Berlin. Inge Morath besucht die Luisenschule, ein Humanistisches Gymnasium. Museumsbesuche wecken ihr Interesse für Malerei. Besuch der Ausstellung “Entartete Kunst“ mit der Schulklasse.

1939
Nach Schulabschuss wird Inge Morath für sechs Monate zum Reichsarbeitsdienst in Ostpreußen verpflichtet. Anschließend beginnt sie an der Berliner Friedrich Wilhelms Universität Romanistik mit den Sprachen Französisch, Englisch und Rumänisch zu studieren. Sie verbringt kurze Zeit in Rumänien. Den nationalsozialistischen Auflagen gegenüber der Studentenschaft verhält sie sich distanziert.

1944/45
Nach dem Studium wird sie zur Arbeit in einer Rüstungsfabrik in Tempelhof zwangsverpflichtet; während eines Bombenangriffs flieht sie zu Fuß nach Salzburg.

Im August 1945
findet sie in Salzburg Arbeit als Übersetzerin und Journalistin bei der  US-amerikanischen Einrichtung »United States Information Service«. Sie schreibt Beiträge für die Salzburger Nachrichten beim ebenfalls US-amerikanisch kontrollierten Radiosender »Rot-Weiß-Rot«.

1946
geht sie nach Wien; als die Amerikaner hier den »Service« installieren; sie arbeitet auch für den »Kurier«.

1948
Arbeit bei der Zeitschrift »Optimist« in Wien, wo sie Ingeborg Bachmann und Ilse Aichinger kennenlernt.

Ab März 1948
arbeitet sie als Bildredakteurin für die Illustrierte HEUTE, die von den Amerikanern eingerichtet, in München erscheint. Überwiegend entstehen die Reportagen zusammen mit dem österreichischen Fotografen Ernst Haas. 

1949
Im August 1949 erscheint in der Illustrierten HEUTE die Reportage über Kriegsheimkehrer: »Und die Frauen warten …« von Inge Morath als Autorin und dem Fotografen Ernst Haas. Robert Capa wird auf die Reportage aufmerksam und lädt beide nach Paris zu Magnum ein.

Am 27. April 1947
hatten die Fotografen Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, David »Chim« Seymour, George Rodgers und die beiden Anteilseignerinnen Maria Eisner und Rita Vandivert in Paris die unabhängige Fotografen-Agentur Magnum als Kooperative humanistisch gleichgesinnter Fotografen gegründet. Nach ihrem Besuch werden Ernst Haas als Fotograf und die sprachgewandte Inge Morath als Autorin und Büromitarbeiterin für Magnum tätig. 

1951/52
verheiratet mit dem britischen Journalisten Lionel Birch, übersiedelt Inge Morath nach London.
Während einer Venedig-Reise beginnt sie zum ersten Mal zu fotografieren und entdeckt dabei das Fotografieren als ihr Metier. Sie hospitiert bei dem Gründer der Berliner Bildagentur Dephot, Simon Guttmann, der inzwischen eine Photo-Agentur in London führt.

1953
Sie erlernt intensiv den Umgang mit der Kamera; sie begleitet Henri Cartier-Bresson in Spanien beim Fotografieren, fotografiert selbst in London und verkauft erste Aufnahmen unter Pseudonym Egni Tarom.

1956
Erste Reise in die Vereinigten Staaten.

1955
Morath wird als Fotografin Voll-Mitglied bei Magnum. Ihre Fotografien finden sich von jetzt ab regelmäßig als Auftragsserien in Illustrierten und Fotobänden über Europa und außereuropäische Länder; sie portraitiert Bekannte, aber auch unbekannte Menschen, denen sie auf der Straße begegnet.

1959
Für die UNESCO reist sie mit Yul Brunner durch Europa und den Mittleren Osten; sie fotografiert Flüchtlinge und die »vergessenen Kinder« , u.a. im Camp Asten in der englischen Zone bei Linz, in Beit Safafa, West Bank, Palästina.

1960
Von New York aus reist sie zusammen mit Henri Cartier-Bresson im Auto durch Nordamerika nach Reno, Nevada, um Standfotos zu machen beim Dreh des Films »Misfits – Nicht gesellschaftsfähig« mit Marilyn Monroe; (Drehbuch Arthur Miller, Regie John Houston).

1962
Heirat mit dem amerikanischen Dramatiker Arthur Miller (1915-2005), der sich zuvor von Marilyn Monroe getrennt hat.

1962
Geburt der Tochter Rebecca Miller

1965
Erste Reise in die Sowjetunion zusammen mit Arthur Miller

1966
Inge Morath erhält die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Geburt des Sohnes Daniel Miller.

1978
Erste Reise nach China

1991
Inge Morath erhält den großen österreichischen Staatspreis für Fotografie.
Premiere des Filmportraits der Berliner Regisseurin Sabine Eckhard »Copyright by Inge Morath«.

1999
Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold.

2001
Inge Moraths letztes großes Projekt entsteht: eine fotografische Spurensuche im steierischen-slowenischen Grenzraum “Grenz.Räume – Last Journey“ für Kulturhauptstadt Graz 2003.

2002
Am 30. Januar stirbt Inge Morath in New York City.

 

Eröffnung

Mittwoch, 25. April | 19 Uhr

Es sprechen

Elisabeth Moortgat
Das Verborgene Museum

Kurt Kaindl
FOTOHOF Salzburg
Die Fotografin Inge Morath – Bilder und Briefe

LAUFZEIT

26. April 2018 - 26. August 2018

Ort

DAS VERBORGENE MUSEUM
Schlüterstrasse 70
10625 Berlin-Charlottenburg

ÖFFNUNGSZEITEN

Donnerstag, Freitag 15 - 19 Uhr
Samstag, Sonntag 12 - 16 Uhr

Das Museum ist nur während der AusstellungsLaufzeit zu den oben angeführten Öffnungzeiten geöffnet.

verkehrsanbindungen

S5, 7, 75, 9 Savignyplatz
U2 Ernst-Reuter-Platz
Bus M49, X34, 101

STADTPLAN

siehe Kontakt

 

TELEFON

+49 (0) 30 313 36 56

MAILADRESSE

 

 

FLYER  zur Ausstellung

 
PUBLIKATION
»Inge Morath - Fotografien«, hrsg. v. Kurt Kaindl mit Texten von Inge Morath, Kurt Kaindl, Margit Zuckriegl, in der Edition Fotohof, Salzburg 2000, ist im Museum zum Preis von Euro 42.- erhältlich.


FILMHINWEIS | Nur in der Ausstellung zu sehen
DOKUMENTARFILM “Copyright by Inge Morath“ (1991) ist das Portrait einer Fotografin und außergewöhnlichen Frau, die Geschichte einer ungewöhnlichen Künstlerehe und ein Stück Geschichte der Fotografie. Der Film der Berliner Regisseurin Sabine Eckhard gibt einen unkommentierten Einblick in Leben und Arbeit von Inge Morath und zeigt die Fotografin zu Hause in Connecticut, in New York und Paris, zusammen mit Kollegen, wie Henri Cartier-Bresson und Elliot Erwitt, sowie mit ihrem Ehemann Arthur Miller.