06. June 2012 - 04. August 2012

ULRIKE OTTINGER

Fotografin und Sammlerin | Portraits


ULRIKE OTTINGER ist eine der renommiertesten Autorinnen des Neuen Deutschen Films, zugleich eine international anerkannte Fotografin.

Zum ersten Mal präsentiert Das Verborgene Museum eine Auswahl ihrer Schwarz-Weiß-Portraits in einem visuellen Dialog mit Portraitfotografien aus der gemeinsamen Sammlung Ottinger/Sykora.

Ulrike Ottinger hat ihre künstlerischen Studien 1962 bei Johnny Friedlaender in Paris aufgenommen, wo sie sich durch die Schriften und Vorlesungen von Michel Leiris, Victor Segalen Claude Lévy-Strauss und Pierre Bourdieu inspirieren ließ.

1969 gründet sie in ihrer Geburtsstadt Konstanz die Galerie „galeriepress“ und macht Ausstellungen,
u.a. mit Wolf Vostell, David Hockney und R.B. Kitaj.Nach der Realisierung ihres ersten Spielfilms
„Laokoon & Söhne“ 1973 geht sie nach Berlin.

Den visuellen Bildphantasien verschrieben, wird für Ulrike Ottinger das Filmemachen zu ihrem Metier:
den Spielfilmen „Die Betörung der blauen Matrosen“ (1975) und „Madame X“ (1979) – beide dem eigenwilligen Autorenfilm zuzurechnen – folgt die Berlin - Trilogie mit „Bildnis einer Trinkerin“ (1979), „Freak Orlando“ (1981) und „Dorian Gray im Spiegel der Boulevardpresse“ (1984) – bis heute ein Quell der Erinnerung an atmosphärisch einmalige, inzwischen verschwundene Orte der einst geteilten Stadt.

Die Kulturen des fernen Ostens werden in den dokumentarischen Filmen zur bleibenden Faszination:
u.a. „China. Die Künste – Der Alltag“ (1985),„Taiga“ (1992) und die jüngste Produktion„Unter Schnee“ – eine poetische Geschichte aus dem Schneeland in Japan (2011)

Neben der Arbeit an den Filmen, den Fotografien zur Drehortbestimmung und Motivsuche hat Ulrike Ottinger das Fotografieren immer gleichzeitig auch als eigenständige Kunst betrieben.

Im Zentrum ihres fotografischen Werks stehen dokumentarische und inszenierte Portraits von Künstlerinnen und Künstlern, vor allem immer wieder von Menschen der unterschiedlichen Kulturen, denen sie auf ihren ausgedehnten Reisen begegnet. Ihnen allen ist die Freude an der Selbstdarstellung anzusehen, mit der sie auf den Blick der Fotografin reagieren.

Von Beginn ihrer künstlerischen Tätigkeit an widmet sich Ulrike Ottinger der Fotografie, mit der sie visuelle Akzente setzt. Ihre fotografischen Arbeiten waren in großen Kunstausstellungen wie der Biennale Venedig, der Documenta Kassel und der Berlin Biennale zu sehen und reisen in Einzelausstellungen um die ganze Welt.

Über Jahrzehnte durch die Filmarbeit mit der Grotesktänzerin Valeska Gert in Freundschaft verbunden, hat Ottinger die große Mimin in unvergesslichen Portraits festgehalten.

In der Ausstellung werden sie neben historischen Portraits von Valeska Gert, z.B. von Lotte Jacobi,
Willy Maywald, Suse Byk, Herbert Tobias zu sehen sein, die, wie auch Künstlerportraits von Cami Stone, Man Ray, Gisèle Freund u.v.m., aus der Sammlung Ottinger/Sykora stammen.

Im Zentrum des Interesses der Sammlerin Ottinger stehen Portraits von Künstlerpersönlichkeiten aus den 1920er, zunehmend auch den 1950er und 1960er - Jahren.

Die erstmalige Präsentation von Fotografien aus der Sammlung mit den Werken von Ulrike Ottinger eröffnet überraschende Korrespondenzen.

Wir danken Katharina Sykora und der Ulrike Ottinger Filmproduktion.

 

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