18. April 2013 - 16. June 2013

ANNETTE VON DEWITZ | SILKE GROSSMANN | ANN PROVAN

Installationen - Objekte – Fotografie – Malerei

Durchscheinende Dinge
Die Künstlerinnen Annette von Dewitz, Silke Grossmann und Ann Provan, Vertreterinnen einer Generation, aber dreier unterschiedlicher Medien, haben sich mit Installationen und Objekten, Schwarz-Weiß-Fotografien und farbigen Aquarellen und Gouachen zu einer gemeinsamen Ausstellung in den Räumen des Verborgenen Museums zusammengefunden.

Wie der Titel „Durchscheinende Dinge“ verrät, verbindet ihre Werke aus und auf Papier das Mehrschichtige, das nur scheinbar Verdeckte: im schwebenden Objekt wie im Aquarell, aber auch in den Fotografien mit feinsten Grauabstufungen gehen die Künstlerinnen, jede auf ihre Weise von der Realität aus, lassen sie phantastische Räume entstehen und evozieren aus Abstraktionen die unterschiedlichsten Assoziationen. Dabei tragen in allen Arbeiten Licht und Schatten zu einem spürbaren Widerstreit zwischen einem geheimnisvoll Verborgenen und der erkennbaren Realität bei.  


SILKE GROSSMANN
wollte ursprünglich Malerin werden, entschied sich dann aber für experimentellen Film und Fotografie. Nach Abschluss ihres Kunststudiums und einem Studienjahr in Amerika hat sie Ausstellungen im In- und Ausland gemacht, Fotofilme und Künstlerbücher veröffentlicht. 1992 wurde sie für ihre Arbeit mit dem am Museum Folkwang vergebenen Albert - Renger - Patzsch - Preis ausgezeichnet.

Silke Grossmann lehrt seit 1995 als Professorin für künstlerische Fotografie an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Sie lebt und arbeitet am nahegelegenen Schaalsee, ist verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn.

In ihrer fotografischen und filmischen Arbeit verfolgt Silke Grossmann seit Mitte der 70er Jahre ein durchgängiges Interesse: die Verbindung des Menschen mit seiner unmittelbaren, räumlichen Umgebung, sei es Landschaft oder Architektur. Doch auf ihren Bildern sind nicht etwa private Lebens- oder Arbeitswelten zu sehen, denn sie begreift ihre Fotografie vor allem als Abstraktionsprozess. Bei ihren Portraits, die oft nur Teilansichten von Personen zeigen, sind diese geradezu eingearbeitet in ihren Umraum und nicht, wie häufig in zeitgenössischen Portraits, isoliert oder freigestellt. In ihren fotografischen Bildern und Bildsequenzen setzt Silke Grossmann die betrachtende oder handelnde Person in Wechselbeziehung zur Komplexität des bewegten Raums und des Lichts. Und auch, wenn in ihren Fotografien keine Menschen anwesend sind, so ist die physische Präsenz der Fotografin immer deutlich erkennbar. Denn es geht ihr um eine Wahrnehmung am Ort, die etwa eine Landschaft nicht nur mit dem Gesichtssinn und als repräsentatives Gegenüber, sondern durch die eigene Bewegung und mit allen körperlichen Sinnen in einer Art dialogischem Prozess zu erfahren sucht.

Silke Grossmann fotografiert in Schwarz-Weiß und bevorzugt für die Arbeit am Bild und das Denken in den Lichtumkehrungen des Negativs nach wie vor die Dunkelkammer.

• Fotografien von Silke Grossmann sind u.a. vertreten im Museum Folkwang Essen, im Münchner Fotomuseum, der Kunsthalle Hamburg, dem Stadtmuseums Stuttgart.

ANNETTE VON DEWITZ
Die Installationskünstlerin studierte Ende der 1960er Jahre in Hamburg an der Hochschule für Gestaltung
Grafik/Design/Grafische Drucktechniken.
Sie war 1975-1986 an verschiedenen Hochschulen in der Lehre tätig.
Seit 1978 ist sie freischaffende Künstlerin mit eigenem Atelier und Radierwerkstatt in Hamburg;
Annette von Dewitz ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und lebt und arbeitet seit 1986 in Köln/Bonn.

Annette von Dewitz`Markenzeichen sind die leichtgewichtigen Installationen aus Papier, Kunststoff und Metall. Mit Vorliebe kreiert sie schwerelose Objekte aus gefundenem Material des alltäglichen Lebens - entweder Einzelstücke, häufig aber auch aus bis zu einhundert Teilen konstruierte Serien, die einer geometrischen Ordnung folgen können. Immer entwickeln ihre Kreationen ein Eigendasein von besonderer Aura. Oft roh im Material und an der Oberfläche, sind sie empfindlich in ihrem neuen Zuschnitt und muten teils minimalistisch, teils asiatisch, manchmal kalligraphisch streng oder aber auch rhythmisch verspielt an. Während des Arbeitsprozesses entstehen unter ihrer Hand auch dreidimensionale Formationen, die sich auf den Ausstellungsort hin angelegt erst vor Ort für die Wahrnehmung der Betrachtenden zu erkennen geben werden.

Die Installationen von Annette von Dewitz leben auch von skripturalen und vegetabile Zeichen, die „lesbar“ erscheinen, aber doch nicht zu entschlüsseln sind.

• Seit 1973 hat sie Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland.


ANN PROVAN
ging Mitte der 1960er Jahre, nach Abschluss an der Berkeley High School in Kalifornien nach Paris und begann dort als Model für verschiedene Modehäuser wie u.a. Christian Dior zu arbeiten. In dieser Zeit begegnete sie dem Modemacher Karl Lagerfeld und dem Modezeichner Antonio Lopez. Lopez förderte und entwickelte ihr Interesse an der Kunst.

Nach ihrer Rückkehr in die USA machte sie den Master of Fine Arts in Malerei am San Francisco Art Institute. Sie lebt mit ihrem Mann, dem Künstler David Provan und zwei Kindern in Cold Spring, NY, nördlich von New York City.

Ann Provan beschäftigt sich in ihren Aquarellen und Installationen mit der Wahrnehmung des Raums. Organischen Formen entlehnte Figurationen, Vergrößerungen, Transparenzen und Schatten werden scharf umrissen oder unscharf gesehen zu Papier gebracht. Darüber hinaus imaginieren ihre Inventionen dreidimensionale Objekte außerhalb des Bildrahmens.

• Ausstellungen in den USA, darunter in New York City und im Ausland.

• Werke von ihr sind in den Sammlungen des Museum of Modern Art, New York, des Art Institute of Chicago, der University of Oregon, im Franklin Furnace Archive und in Privatsammlungen.

 

 

 

 

GASTAUSSTELLUNG

IM VERBORGENEN MUSEUM

Eröffnung

17. April 2013 | 19 Uhr

Es spricht zur Einführung
die Kunsthistorikerin Ursula Meyer-Rogge, Hamburg

Laufzeit

18. April – 16. Juni 2013

ADRESSE

Schlüterstrasse 70
10625 Berlin - Charlottenburg

ÖFFNUNGSZEITEN

Donnerstag, Freitag 15 - 19 Uhr
Samstag, Sonntag 12 - 16 Uhr

VERKEHRSANBINDUNGEN

S5, 7, 75, 9 Savignyplatz
U2 Ernst-Reuter-Platz,
Bus M49, X34, 101

 

TELEFON

+49 (0) 30 313 36 56

MAILADRESSE


STADTPLAN

siehe Kontakt

 

 

Eine Ausstellung mit Unterstützung der Senatskanzlei Kulturelle Angelegenheiten: Künstlerinnenprogramm.

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